Photovoltaik-Finanzierung: Infos zu Kosten und Krediten

Photovoltaikanlage finanzieren mit oder ohne Eigenkapital

Kostenloser Strom vom Dach: Mit einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage) gewinnen Hausbesitzer Unabhängigkeit von den Preisen der Stromanbieter und sparen langfristig bares Geld. Bevor es jedoch soweit ist, muss in die notwendige Technik sowie die Installation und Instandhaltung der Anlage investiert werden. Doch was tun, wenn das Eigenkapital nicht ausreicht? In diesem Blogbeitrag informieren wir Sie über die Kostenfaktoren beim Kauf einer Anlage und über die Möglichkeiten der Photovoltaik-Finanzierung.

Amortisation von Photovoltaikanlagen

Als Grundregel gilt: Investitionen in PV-Anlagen lohnen sich, wenn die Kosten in überschaubarer Zeit wieder eingespielt werden. Dank der Einsparung bei den Stromkosten amortisiert sich die Investition einer Photovoltaikanlage im Schnitt nach 13 bis 15 Jahren. Ebenfalls interessant ist heute der Begriff der energetischen Amortisation: Dieser meint die Dauer, bis eine PV-Anlage mehr Energie produziert hat, als bei ihrer Herstellung verbraucht wurde. Abhängig von der Anlagentechnik und dem Standort dauert dies in Deutschland etwa fünf Jahre.

Wichtig zu wissen: Die Betriebszeit moderner Solaranlagen wird auf mindestens 25 Jahre bis 30 Jahre geschätzt. Damit werden nicht nur die Kosten für die Anlage gedeckt – langfristig übersteigt der Gewinn die Ausgaben deutlich.

Alle Kostenfaktoren und Einnahmen einer PV-Anlage

Mit dem Kauf der Technik ist es nicht getan: Damit sich die Investition in eine PV-Anlage wirklich lohnt, sollten unbedingt sämtliche Kostenpunkte im Blick behalten werden. Denn nur so können die Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt und für Jahre im Voraus realistisch prognostiziert werden. Neben den direkten Anschaffungskosten sollten z. B. auch Betriebs- und Nebenkosten berechnet werden.

Ausgaben: Photovoltaik Investitionskosten im Überblick

  • Kauf der Module
  • ggf. Kauf eines Stromspeichers
  • Kauf kleineren Komponenten zur Installation
  • Montagekosten
  • Abnahme- und Zählergebühren
  • Versicherungskosten
  • Betriebskosten z. B. für Stromverbrauch der Anlage
  • Instandhaltungs- / Wartungskosten
  • Reparaturkosten
  • Kreditzinsen bei Finanzierungen

Einnahmen: mögliche Erträge im Überblick

  • erwarteter Solarstromertrag
  • eingesparte Stromkosten bei Eigennutzung
  • Einspeisevergütung bei Einspeisung ins öffentliche Netz
  • ggf. Förderungen von Bund, Ländern, Stadt oder Energieversorgern

Für 20 Jahre garantiert: Die Einspeisevergütung, die Netzbetreiber für eingespeisten Solarstrom zahlen, bleibt ab dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage konstant. Somit können Anlagenbetreiber, die im Jahr 2020 ans Netz gehen, bis in das Jahr 2040 mit aktuell 9,03 Cent pro kWh (bei Anlagen mit weniger als 10 kWp) Vergütung rechnen. Die aktuellen Vergütungssätze werden durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) bestimmt und von der Bundesnetzagentur gemeldet.

Was kostet die Anschaffung einer Photovoltaikanlage?

Die Kosten für eine PV-Anlage richten sich nach der Anlagengröße. Privathaushalte nutzen üblicherweise Anlagen mit 3 bis 10 kWp (Kilowattpeak) Leistung: Dabei erzeugt 1 kWp pro Jahr etwa 950 bis 1.200 Kilowattstunden Strom. Eine solche Photovoltaikanlage benötigt ca. 8 Quadratmeter Dachfläche für die Solarmodule. Die Kosten dafür können je nach Ausführung und Größe zwischen 5.400 und 13.300 Euro netto liegen – Installation und Inbetriebnahme inbegriffen. Wer es genau wissen will, fragt am besten unseren SolarHelden Online-Angebotsrechner. Hier können Sie einfach Ihre individuelle Photovoltaikanlage zusammenstellen und erhalten sofort ein unverbindliches Angebot!

Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Die Wahl der Finanzierung richtet sich nach den persönlichen Rahmenbedingungen. Grundsätzlich kann man jedoch von drei Möglichkeiten ausgehen: Finanzierung über die Hausbank, über die KfW oder über spezielle Solarkredite. Darüber hinaus bieten einige Onlineanbieter auch die Möglichkeit eines Mietkaufs für Photovoltaikanlagen: Diese sind in der Regel jedoch deutlich teurer und haben oftmals eine Vertragslaufzeit von mindestens 20 Jahren.

1. Finanzierung einer Photovoltaikanlage über die Hausbank

Wer die Anschaffung einer Photovoltaikanlage über die Hausbank finanzieren möchte, hat in der Regel abermals die Wahl: So kann ein bereits existierender Kredit – z. B. ein Immobilienkredit – aufgestockt oder ein gänzlich neuer Kredit abgeschlossen werden. Bei bestehenden Krediten gilt jedoch: Die Aufstockung muss im Kreditvertrag vorgesehen und eine mögliche Sperrfrist abgelaufen sein.

Der Vorteil in der Finanzierung über die Hausbank liegt insbesondere bei Immobilienkrediten bei einem niedrigen Zinssatz. Darüber hinaus sind Bankberater in der Regel mit der individuellen Situation des Kreditnehmers vertraut und es ist keine Identifizierung oder umfassende Einreichung von Unterlagen nötig. Nachteile können jedoch durch den fehlenden, unabhängigen Vergleich entstehen: So erhalten Bestandskunden ggf. schlechtere Konditionen als Neukunden. Nicht zuletzt ist die Tilgung bei einer Kreditaufstockung an existierende Bedingungen gebunden – das kann die Photovoltaik Finanzierung über die Hausbank unflexibel machen und für zusätzliche Kosten bei Sondertilgungen sorgen.

2. PV-Anlage finanzieren mit KfW-Kredit

Mit dem Förderkredit Erneuerbare Energien – Standard (270) unterstützt die KfW die Errichtung und Erweiterung sowie den Erwerb von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien wie Photovoltaik. Dabei muss die PV-Anlage den Anforderungen des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien genügen. Der KfW-Kredit 270 eignet sich für Privatpersonen sowie Unternehmen und ermöglicht die Finanzierung von Photovoltaikanlagen sowie Stromspeichern aktuell ab 1,03 % effektivem Jahreszins.

3. PV-Kredite von speziellen Anbietern

Auch andere Banken bieten speziell auf Photovoltaikanlagen abgestimmte Solarkredite an. So finanziert z. B. die SWK Bank über deren Ökokredit Photovoltaikanlagen ab 0,99 % effektivem Jahreszins. Auch die EthikBank finanziert mit dem „ÖkoKredit“ kleine und große Photovoltaikanlagen durch günstige Zinsen.

Der Vorteil von auf Photovoltaik zugeschnittenen Finanzierungen liegt in dem einfacheren Online-Antragsprozess und in den meist flexiblen Tilgungskonditionen. Ein Nachteil ist jedoch, dass PV-Kredite oftmals nicht auf die individuellen Rahmenbedingungen des Kreditnehmers (z. B. Jobsituation) zugeschnitten sind. Darüber hinaus fehlt eine umfassende Kreditberatung: So sich müssen Kunden von Solarbanken vorweg selber umfassend informieren – profitieren im Anschluss jedoch von attraktiven und flexiblen Verträgen.

Tipp: Vor dem PV-Anlagenkauf die Fördermöglichkeiten prüfen

Bevor eine Photovoltaikanlage installiert wird, können zudem verschiedene Förderungen beantragt werden. Zum einen bezuschussen die Bundesländer sowie Städte, Gemeinden und einzelne Energieversorger die Anschaffung von Stromspeichern. Zum anderen werden auch PV-Anlagen selbst teilweise gefördert. Erwähnenswert zu den Fördermöglichkeiten in Bayern ist z. B. die Förderung von Photovoltaik-Stromspeichern im Rahmen des 10.000-Häuser-Programms sowie die Förderung von PV-Anlagen und Speichern von der Stadt München im Rahmen des Förderprogramms Energieeinsparung (FES).

So kann es sich mitunter sehr lohnen, sich über bundesweite und regionale Förderprogramme zu informieren und Zuschüsse vor der Photovoltaik-Finanzierung zu beantragen: Auf diese Weise kann der Kreditbetrag und somit die Zinsen verringert werden – und die Photovoltaikanlage amortisiert sich einige Zeit früher.

Sie denken über eine Photovoltaik-Finanzierung nach? Sie planen, eine Photovoltaikanlage zu kaufen? Wir beraten Sie gerne rund um das Thema Solaranlagen.