Stromspeicher-Förderung Bayern: Speicher für Solaranlagen

Stromspeicher-Förderung Bayern: Speicher für Photovoltaikanlagen

Speicherförderung erneuerbare Energien innovativ nutzbar machen

Zum 1. August 2019 wurde das PV-Speicher-Programm für Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) neu aufgelegt: Damit unterstützt das Bundesland Bayern die Installation eines Strom- bzw. Batteriespeichers. Die Stromspeicher-Förderung Bayern ist Teil des 10.000-Häuser-Programms und ermöglicht Besitzern von Ein- und Zweifamilienhäusern eine Förderung von bis zu 3.200 Euro für eine Neu- oder Ergänzungsinstallation. Welche Voraussetzung erfüllt sein müssen, welche Fördersätze möglich sind und wie die Speicherförderung in Bayern beantragt werden kann, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Bayern soll bis “2040 plus” klimaneutral sein

Die Stromspeicher-Förderung basiert auf der neuen Klimastrategie des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder: Er hat das Klimaziel „2040 plus“ ausgerufen und plant somit, Bayern bis ins Jahr 2040 (10 Jahre vor dem Bund) klimaneutral werden zu lassen. Verschiedene Vorschläge des bayerischen Kabinetts fördern somit die Bereiche Windkraft und Sonnenenergie: Mit der Speicherförderung soll der Bau und Ausbau von PV-Anlagen unterstützt und ein teurer Netzausbau reduziert werden.

Welche Stromspeicher für Photovoltaikanlagen werden gefördert?

Das Bundesland bezuschusst prinzipiell Stromspeicher in Verbindung mit einer PV-Anlage. Dabei gilt die Förderung auch für Bestandsanlagen, die um Solarmodule und einen Batteriespeicher erweitert werden. Nicht förderfähig sind hingegen Photovoltaikanlagen, die lediglich mit einem Speicher nachgerüstet werden. Darüber hinaus werden Ladestationen für Elektrofahrzeuge gefördert – schließlich plant Bayern langfristig, dass der eigene Solarstrom in einem Batteriespeicher gespeichert wird und damit letztlich Elektroautos geladen werden können.

Zur Info: Eine Liste mit förderfähigen Batteriespeichern hat der Verein Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e. V. (C.A.R.M.E.N.) für das 10.000 Häuser Förderprogramm zusammengestellt.

Voraussetzungen für die Stromspeicher-Förderung

Wer die Speicherförderung beantragen möchte, muss einige Faktoren beachten: Die Photovoltaikanlage muss neu montiert worden sein und der Stromspeicher mindestens eine nutzbare Kapazität von 3 kWh aufweisen. Zudem darf das Gebäude, auf dem sich die PV-Anlage befindet, maximal zwei Wohneinheiten umfassen (also Ein- und Doppelhäuser), wobei mindestens eine Wohneinheit vom Antragsteller selbst bewohnt sein muss.

Weiterhin wird bei der Stromspeicher-Förderung Bayern vorausgesetzt, dass die Batterie eine Schnittstelle zur Kommunikation und Fernsteuerung sowie ein intelligentes Energiemanagementsystem aufweisen muss. Nicht zuletzt muss die Mindestgarantiedauer im Rahmen des PV-Speicher-Programms bei zehn Jahren liegen.

Alle Voraussetzungen im Überblick

  • Batteriespeicher und Photovoltaikanlage sind jeweils Erst- oder Ergänzungsinstallationen von Neuanlagen
  • Gebäude umfasst max. zwei Wohneinheiten, eine Wohneinheit ist selbst bewohnt
  • Nutzkapazität des Speichers: mindestens 3,0 bis maximal 30,0 kWh (Kilowatt pro Stunde)
  • Batteriespeicher verfügt über intelligentes Energielademanagement zur Erfassung der Energieströme, intelligente Be- und Entladebetriebsarten sowie eine Möglichkeit der Visualisierung
  • Batterie weist Kommunikations-Schnittstelle und Fernsteuerung mit einer (zukünftigen) Smart-Meter-Infrastruktur auf

Achtung: Bei der Förderung einer Ladestation eines Elektrofahrzeugs sind zusätzliche Voraussetzungen gegeben. So muss die Ladestation an das intelligente Energiemanagementsystem des Batteriespeichers angeschlossen sein. Darüber hinaus muss es für die Ladebetriebsarten 3 oder 4 fähig sein und eine AC Ladeleistung von mindestens 11 kW (dreiphasig) bzw. mindestens 3,7 kW (Dauerleistung, einphasig) aufweisen.

Fördersätze der bayerischen Speicherförderung

Die Höhe der Stromspeicher-Förderung liegt bei einem Basiszuschuss von 500 Euro für 3,0 kWh Speicherkapazität. Dazu kommen 100 Euro Förderung je zusätzlicher voller 1,0 kWh – bis insgesamt 30,0 kWh. Auf diese Weise können bei der Installation eines Solarstromspeichers in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage maximal 3.200 Euro beantragt werden: Das entspricht 30,0 kWh und 30,0 kWp. Zusätzlich können über die Stromspeicher-Förderung Bayern 200 Euro für eine Ladestation für Elektrofahrzeuge ausgezahlt werden.

Nutzbare Kapazität Stromspeicher und Leistung PV-Anlage

3,0 bis 3,9 kWh (Stromspeicher) und ≥ 3,0 kWp (Photovoltaikanlage)
4,0 bis 4,9 kWh (Stromspeicher) und ≥ 4,0 kWp (Photovoltaikanlage)
5,0 bis 5,9 kWh (Stromspeicher) und ≥ 5,0 kWp (Photovoltaikanlage)
6,0 bis 6,9 kWh (Stromspeicher) und ≥ 6,0 kWp (Photovoltaikanlage)
7,0 bis 7,9 kWh (Stromspeicher) und ≥ 7,0 kWp (Photovoltaikanlage)
8,0 bis 8,9 kWh (Stromspeicher) und ≥ 8,0 kWp (Photovoltaikanlage)
9,0 bis 9,9 kWh (Stromspeicher) und ≥ 9,0 kWp (Photovoltaikanlage)
10,0 bis 10,9 kWh (Stromspeicher) und ≥ 10,0 kWp (Photovoltaikanlage)
11,0 bis 11,9 kWh (Stromspeicher) und ≥ 11,0 kWp (Photovoltaikanlage)
usw.
ab 30,0 kWh (Stromspeicher) und ≥ 30,0 kWp (Photovoltaikanlage)

Förderung

500 Euro
600 Euro
700 Euro
800 Euro
900 Euro
1.000 Euro
1.100 Euro
1.200 Euro
1.300 Euro
usw.
3.200 Euro

Wie und wo kann ich die Stromspeicher-Förderung Bayern beantragen?

Die Speicherförderung kann online beim Energie-Atlas Bayern des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie beantragt werden. Ansprechpartner und weitere Informationen wie die Richtlinien zum 10.000-Häuser-Programm und ein Merkblatt S zum PV-Speicher-Programm finden sich ebenfalls auf dieser Seite.

Tipp: Förderprogramm Energieeinsparung (FES) München

Nicht nur Bund und Länder – auch einzelne Städte und Gemeinden bieten eine Stromspeicher-Förderung an. So bezuschusst beispielsweise die bayerische Landeshauptstadt München seit dem 1. April 2019 in ihrem Förderprogramm Energieeinsparung (FES) sowohl Stromspeicher als auch Photovoltaikanlagen im Stadtgebiet. Und zwar sehr großzügig: Solarstromspeicher werden mit bis zu 15.000 Euro oder 50 % der förderfähigen Investitionskosten bezuschusst. Dabei rechnet sich die Förderhöhe aus der Nutzkapazität des Speichers: 300 Euro pro installierte Kilowattstunde (kWh) zahlt die Stadt München.

Voraussetzung für die Münchener Speicherförderung ist, dass es sich beim Neukauf beispielsweise um einen stationären Lithium-Ionen- oder Salzwasserbatteriespeicher handelt – und dieser in Gebäuden verwendet wird, in denen der Strom selbst verbraucht wird. Auch Lithium-Mangan-Kobalt-Oxid-Batterien (LNMC) sind seit dem 18. März 2020 förderfähig. Bleibatterien werden hingegen nicht gefördert. Der Stromspeicher muss zudem eine Notstrom-Funktion ermöglichen und im Falle eines Stromausfalls eine Versorgungsmöglichkeit zur Verfügung stellen können. Nicht zuletzt ist die fachgerechte und sichere Inbetriebnahme nachzuweisen.

Fazit: regionale Förderprogramme im Blick behalten & Antrag vorab stellen

Mit dem PV-Speicher-Programm des 10.000-Häuser-Programms können Besitzer von Einfamilien- oder Zweifamilienhäusern bis zu 3.200 Euro Förderung für einen Stromspeicher in Verbindung mit einer neuen PV-Anlage erhalten: Zum jetzigen Stand (Juli 2020) sind noch 8105 Anträge verfügbar. Es kann sich ganz unabhängig von der bayerischen Förderung jedoch auch lohnen, Städte und Gemeinde-Verwaltungen anzusprechen: Einige regionale Förderprogramme bieten zusätzliche Förderprogramme – nicht nur für Stromspeicher, sondern auch für Photovoltaikanlagen – etwa die Stadt München. Aber Achtung: Unbedingt vorab informieren, denn der Antrag auf Förderung muss in der Regel vor der Beauftragung eines Stromspeichers gestellt werden.

Sie interessieren sich für die Photovoltaik-Förderung in Bayern? Sie planen die Installation einer Photovoltaikanlage? Wir beraten Sie gerne rund um das Thema Sonnenenergie.